ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Noch schneller zwischen München und Zürich

Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 profitieren Fahrgäste zwischen Bayern und der Schweiz von einem noch attraktiveren Angebot: Rund 30 Minuten schneller geht es mit den EuroCity-Express-Zügen (ECE) zwischen München (über Buchloe, Memmingen, Lindau) und Zürich. Bereits im vorigen Jahr verkürzte sich die Fahrzeit um 40 Minuten. Nun benötigen Reisende zwischen den beiden Metropolen nur noch dreieinhalb Stunden. Diese besonders schnelle Verbindung bestand zunächst dreimal pro Tag und Richtung, seit dem 11. April 2022 sind alle zwölf ECE-Verbindungen auf der Strecke mit eine Reisezeit von 3:30 Stunden unterwegs. 

Mit dem Fahrplanwechsel folgte nun auch die Traktionsumstellung des Regional­verkehrs München – Memmingen – Lindau. Die Linie RE 72 München – Memmingen und der Regional­verkehr zwischen Memmingen und Lindau-Insel (neue Linien­be­zeichnung RB 92) werden  mit fabri Fahrzeugen vom Typ Stadler FLIRT bedient. Hinzu kommt die neue umstei­gefreie Direkt­ver­bindung RE 96 Lindau-Reutin – Lindau-Insel – Memmingen – München. Zwischen München und Memmingen verkehrt diese Linie beschleunigt und hält unterwegs nur in München-Pasing, Buchloe, Türkheim und Mindelheim. Die Fahrtzeit zwischen München und Memmingen verkürzt sich so im Regional­verkehr alle zwei Stunden auf 1 Stunde 4 Minuten (bisher 1 Stunde 29 Minuten). Gemeinsam ergeben die Linien RE 96 und RB 92 einen durchge­henden täglichen Stundentakt zwischen Memmingen und Lindau.

München–Lindau im Rückblick

Seit Sonntag 13. Dezember 2020 verkehren die Fernzüge auf der Strecke München - Buchloe - Memmingen - Lindau-Reutin elektrisch und im Neigetechnikbetrieb. Gleichzeitig ging auch die neue Verkehrsstation in Lindau-Reutin in Betrieb, an der die Züge der ECE-Linie München - Zürich halten.

Mit dem Fahrplanwechsel verkürzte sich die Reise zwischen München und Zürich auf vier Stunden. Die beiden Städte sind seitdem mit 12 Zugfahrten täglich doppelt so häufig wie bislang direkt auf der Schiene verbunden. Die Deutsche Bahn, die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) und die Schweizer Bundesbahnen (SBB) kooperieren bei dem neuen Angebot und setzen moderne Züge mit ICE-Komfort ein.

Seit 2018 hatte die Deutsche Bahn die Strecke auf deutscher Seite ausgebaut und elektrifiziert. Rund 500 Millionen Euro flossen in den 155 Kilometer langen Abschnitt im Allgäu. Allein für den Lärmschutz wurden 100 Millionen Euro verbaut. Der Freistaat Bayern hat zum Projekt rund 177 Millionen Euro beigesteuert.

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Das ist ein ganz wichtiger Lückenschluss im internationalen Bahnverkehr. Mit unseren pünktlich abgeschlossenen Bauarbeiten sichern wir ein attraktives Reiseangebot zwischen den Metropolen München und Zürich. Dank der Elektrifizierung sind unsere Reisenden klimafreundlich unterwegs. Und in gut einem Jahr noch schneller: Dann wird sich die Fahrzeit um noch einmal 30 Minuten verkürzen.“

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „München - Zürich in vier statt fünf Stunden und bald sogar in dreieinhalb: Damit ist unsere Idee eines TransEuropExpress 2.0 zum Greifen nah. Wir vernetzen die Metropolen Europas. Das ist ein Gewinn für Bayern, Deutschland und Europa. Viel mehr Menschen werden Lust bekommen, den Zug zu nehmen. Zumal sie damit absolut umweltfreundlich reisen. Denn ab sofort fahren wir elektrisch durchs Allgäu. Das ist Klimaschutz pur. Es ist auch die erste Verbindung unseres Deutschlandtakts. Damit wird Bahnfahren zu einer überzeugenden Alternative für Flüge und lange Autofahrten. Kein Wunschtraum, sondern ein handfester Beweis, dass wir das sehr konkret angehen.“

Vincent Ducrot, CEO der SBB: „Die Bahn, ein umweltfreundliches und attraktives Verkehrsmittel in Europa. Mit dem Ausbau der Strecke Zürich-München unterstreichen wir diese Ambition. Wir haben gemeinsam mit der DB und weiteren Partnern lange auf diesen Moment hingearbeitet und freuen uns umso mehr, dass wir jetzt mit dem neuen EuroCityExpress dieses attraktive Angebot zwischen Zürich und München für unsere Kunden in Betrieb nehmen können“.

Michaela Huber, Vorständin ÖBB-Personenverkehr: „Wir als ÖBB arbeiten ständig daran, das Bahnfahren noch attraktiver zu gestalten. Dazu gehören Top-Verbindungen, wie wir sie hier von Vorarlberg nach Deutschland und in die Schweiz haben. Ab sofort kommen damit unsere Fahrgäste öfter und bequemer von Bregenz nach München und Zürich. Mit kürzeren Fahrzeiten und dichterer Taktung wollen wir noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn motivieren.“