ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Schallschutz

Schallschutz

Schallschutz

Lärmschutzwand bei Vaterstetten, Foto: Deutsche Bahn AG / Annette Koch

Lärmschutzwand bei Vaterstetten, Foto: Deutsche Bahn AG / Annette Koch

Das Thema Schallschutz hat bei der Bahn Priorität. Die Deutsche Bahn verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Bis 2020 soll der Schienenverkehrslärm bundesweit um 50 Prozent im Vergleich zu den Werten des Jahres 2000 reduziert werden.

Hierbei setzt sie auf ein übergreifendes Gesamtkonzept, das grundsätzlich auf zwei Säulen basiert: ortsfester Lärmschutz an der Infrastruktur sowie Lärmminderung am Fahrzeug. Einen besonderen Fokus richtet die Deutsche Bahn auf die Lärmvermeidung an der Quelle, also auf den Einsatz innovativer lärmmindernder Technologien an Fahrzeugen und am Fahrweg. Nachdem bereits die neuen Fahrzeuge des Personenverkehrs schalltechnisch optimiert werden konnten, ist jetzt auch eine wesentliche Reduzierung der Schallemissionen bei Güterwagen durch den Einsatz einer neuartigen Verbundstoffbremse möglich. Diese verhindert das Aufrauen der Räder und mindert den Lärm des Vorbeifahrgeräusches um die Hälfte. Neue Wagen werden von der DB seit 2001 grundsätzlich mit der neuen Bremstechnik angeschafft.

Als Anreiz zum Einsatz lärmarmer Fahrzeuge gibt es seit Dezember 2012 ein lärmabhängiges Trassenpreissystem bei der DB Netz AG. Es sieht höhere Entgelte für lautere Züge im Güterverkehr vor und im Gegenzug einen Bonus für Güterwagen, die auf lärmmindernde Technologie umgerüstet werden. Ein aktueller Entwurf der Bundesregierung zum Schienenlärmschutzgesetz sieht ab dem Fahrplanwechsel zum 13.12.2020 ein Fahrverbot für laute Güterwagen auf dem deutschen Schienennetz vor. 

Im Rahmen von Neu– und Ausbaumaßnahmen sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz eine genaue Prüfung der Immissionsauswirkungen aus den geplanten Maßnahmen vor. So sind für die Ausbauplanung der Strecke München – Lindau – Grenze D/A Schallgutachten zu erstellen. Die gesetzliche Grundlage für die Ermittlung der Schallimmissionen und der Schallschutzmaßnahmen bildet die 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16. BImSchV). Hierin sind u.a. die Schallimmissionsgrenzwerte festgelegt, die nach Tages- und Nachtzeit unterschieden, bei Neubauprojekten oder der wesentlichen Änderung an vorhandenen Straßen- oder Schienenwegen einzuhalten sind. Die Berechnung der Beurteilungspegel erfolgt nach den Berechnungsverfahren "Schall 03" und den aktuell gültigen Prognose-Zugzahlen. Der sogenannte „Schienenbonus“ wird für das Projekt ABS 48 nicht mehr angewendet.

Das Ergebnis der schalltechnischen Untersuchungen sieht eine Kombination von aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen vor. Aktiv nennt man Maßnahmen direkt am Verkehrsweg, beispielsweise Schallschutzwände. Passive Maßnahmen sind dagegen schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden, wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schallgedämmten Lüftern. Grundsätzlich besteht ein Vorrang der aktiven vor den passiven Maßnahmen, sofern die Kosten für die Umsetzung verhältnismäßig sind.

Die Schallschutzansprüche werden im Planfeststellungsverfahren geprüft. In diesem sind alle von dem Bauvorhaben betroffenen öffentlichen und privaten Belange gegeneinander abzuwägen und widerstrebende Interessen auszugleichen. Eine Rechtssicherheit über die durchzuführenden Schallschutzmaßnahmen liegt erst mit Planfestellungsbeschluss durch das Eisenbahn-Bundesamt vor.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in der Rubrik Fragen & Antworten hier.