ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Erschütterungsschutz

Im Umfeld einer Eisenbahnstrecke können zum Teil für den Menschen wahrnehmbare Erschütterungen auftreten. Fahrende Züge erzeugen mechanische Schwingungen, die entweder als Körperschall über das Erdreich oder als Luftschall übertragen werden. Der Körperschall, der mit zunehmendem Abstand abnimmt, breitet sich im Erdreich wellenförmig aus und könnte sich über Fundamente in Gebäude übertragen. Resonanzen in Wänden und Decken werden dann als ein "Vibrieren" wahrgenommen. Werden durch die Schwingungen der Decken und Wände hörbare Schallwellen erzeugt, spricht man von sogenanntem "sekundären Luftschall". 

Der Schutz vor Erschütterungen ist, wie auch der Schallschutz, im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt. Um schädliche Umwelteinwirkungen durch Erschütterungen zu vermeiden, werden entlang dem Ausbau der Bahnstrecke München – Lindau – Grenze D/A entsprechende erschütterungstechnische Untersuchungen durchgeführt. Die Beurteilung erfolgt u.a. nach den technischen Regelungen der DIN und den Richtlinien des VDI, die Immissionen aus bestehenden Anlagen als Vorbelastung anrechnen. Maßnahmen zur Minderung und/oder zur Ausbreitung dieser Schallwellen werden auf den Einzelfall abgestimmt geplant.

Eine direkte Beeinträchtigung oder Schädigung der Gebäudesubstanz - zum Beispiel durch Risse im Mauerwerk oder Putz - ist durch die vom Schienenverkehr erzeugten Körperschallwellen jedoch auch bei sehr dicht an der Bahnstrecke stehenden Gebäuden nicht zu befürchten.