ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Fragen und Antworten zum Thema Güterverkehr

Lassen Österreich und die Schweiz alte, laute Güterzüge überhaupt noch rein?

Der Einsatz von Güterwagen mit Graugusssohlen-Bremsen ist in der Schweiz per Gesetz generell ab 2020 verboten. Somit müssen die „aus“ und „in“ die Schweiz verkehrenden Güterwagen entsprechend umgerüstet sein. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier .

Besteht die Möglichkeit, dass die Züge bei Nacht deutlich langsamer durch Wohngebiete fahren, um den Lärm zu reduzieren?

Die möglichen Höchstgeschwindigkeiten für Züge auf dem Netz der DB sind streckentechnisch und/oder durch die Fahrzeuge bedingt. Ihre Einhaltung wird im Betrieb kontinuierlich überwacht. Eine Geschwindigkeitsreduzierung würde die Streckenkapazität verringern und gleichzeitig die Fahrzeit entsprechend verlängern. Dies hätte Folgewirkungen für die Nutzung des gesamten Schienennetzes. Letztendlich würde dies den Schienengüterverkehr erheblich schwächen. Die Verlagerung der Transporte auf andere Verkehrsträger, insbesondere die Straße, wäre die Folge. Es ergibt sich lediglich eine Verschiebung der Lärmbelastung und keine Reduzierung. Hinzu kommen zahlreiche offene rechtliche Fragen hinsichtlich der Einschränkung der Verfügbarkeit von Schienenwegen.

Gleichzeitig wäre diese Geschwindigkeitsreduzierung auch bei der Beurteilung des Verkehrslärmes mit niedrigeren Pegeln zu berücksichtigen. Im Ergebnis könnte das zu einer geringeren Dimensionierung von aktiven und passiven Lärmschutzmaßnahmen führen.

Aufgrund der dargestellten Gründe plant die DB Netz AG keine Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Grunden des Lärmschutzes.

Werden die E-Loks leiser sein, als die jetzt eingesetzten Diesel-Lokomotiven 218 oder die Güterzug-Diesel-Lokomotiven der Class-77?

Elektrische Lokomotiven sind in der Regel leiser als Diesel-Lokomotiven; aus diesem Grund ist vermutlich davon auszugehen. Die wesentlichen Geräusche entstehen jedoch durch die Rollgeräusche (Bremssohle{p}siehe auch Flüsterbremse{/p}). Ein weiterer großer Vorteil der elektrischen Lokomotiven ist die Vermeidung von Rußpartikelemissionen.

Wie lang kann ein Güterzug auf der Strecke München - Memmingen - Lindau sein?

Dies kommt auf die Verkehrsanforderungen an. Für den normalen Betrieb (gleichzeitig in beide Richtungen) müssen Überholungen bzw. Begegnungen auf den eingleisigen Streckenabschnitten erfolgen, die aufgrund der Länge der vorhandenen Überholungs- und Kreuzungsgleise eine maximale Zuglänge von rund 500 Metern zulassen. Theoretisch wäre es in Ausnahmefällen auch möglich, einen Zug von maximal 740 Metern über die Strecke zu fahren, wenn dieser nicht auf ein Überhol-/Kreuzungsgleis ausweichen muss.

Welche Güter werden transportiert? Gibt es hierzu eine genaue Aufschlüsselung?

Die DB Netz AG als Eisenbahninfrastrukturunternehmen betreibt den Schienenweg, der diskriminierungsfrei allen Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Verfügung steht. Gegenwärtig sind über 300 Verkehrsunternehmen auf Deutschlands Schienen unterwegs. Die von den Eisenbahnverkehrsunternehmen beförderten Güter (Konsumgüter, Massengüter) werden nicht registriert. Wenn ein Verkehrsunternehmen eine Fahrplantrasse bestellt, fordert die DB Netz AG jedoch die Angabe, ob Gefahrgut befördert wird (Schienennutzungsbedingungen SNB 2018, Abschnitt 4.7.2). In diesem Fall muss das Verkehrsunternehmen die jeweilige Gefahrgutklasse angeben.

Wird radioaktives Material transportiert?

Für die Genehmigung von Atommülltransporten ist das Bundesamt für Strahlenschutz zuständig. Die Behörde genehmigt Transporte nur dann, wenn bestimmte Vorschriften des Atomrechts und des Gefahrgutrechts eingehalten werden. Transporte von hochradioaktiven Materialien („Castor-Transporte“) sind zudem bei der DB Netz AG gesondert anzumelden. Bisher wurde auf der Strecke München - Lindau kein derartiger Transport vorgenommen.