ABS 48: Ausbaustrecke München–Lindau–Grenze D/A

Mit Strom durch das Allgäu: Vorschau auf Bahnausbau 2019

Elektrifizierungsarbeiten nun im Westteil der Strecke –  Brückenneubau beginnt – Umbau Bahnhof Kißlegg – 11 Kilometer Schallschutz und 80 Kilometer Oberleitung entstehen

(Memmingen, 31. Januar 2019) Nachdem die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr die Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Strecke München-Lindau hauptsächlich in dem 100 Kilometer langen östlichen Abschnitt zwischen Geltendorf und Leutkirch durchführte, verlagert sich nun das Geschehen auf den westlichen Teil der Strecke. Umfangreiche Arbeiten werden von April bis Oktober auch den Zugverkehr stellenweise stark beeinträchtigen. Ziel ist es, über 80 Kilometer Gleise zu elektrifizieren sowie rund 1300 Oberleitungsmasten und fast 11 Kilometer Schallschutzwände zu errichten.

„Dieses Jahr wird ähnlich bauintensiv wie 2018. Leider lassen sich dabei Streckensperrungen und Ersatzverkehre mit Bussen nicht vermeiden. Dafür werden wir Ende des Jahres sagen können: Zwischen Geltendorf und Hergatz, also für rund zwei Drittel der Strecke, liegt das Meiste hinter uns und bis Ende 2020 dürfen wir uns alle auf die Fertigstellung des Restabschnitts bis Lindau und den Beginn des schnellen und sauberen Zugverkehrs freuen,“ so DB-Projektleiter Matthias Neumaier.

Vom 12. April bis 6. Oktober werden neben der eigentlichen Elektrifizierung durch die DB zwischen Aichstetten und Hergatz drei Bahnübergänge{p}{span}Als Bahnübergang wird eine höhengleiche Schienenquerung durch eine Straße oder einen Weg bezeichnet. Bahnübergänge sind häufig durch Lichtsignale und / oder Schranken gesichert. ({/span}{a href="http://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/bahnschranke.php5" target="_blank"}Link.{/a}){/p} und fast sieben Kilometer Gleise erneuert, der Bahnhof Kißlegg umgebaut, Schallschutzwände in Leutkirch, Kißlegg und Wangen errichtet und das Umrichterwerk für die Stromversorgung weitergebaut. Herausragendes Bauwerk wird im Herbst eine neue 136 Meter lange Bahnbrücke über die Obere Argen im Stadtgebiet von Wangen (Fertigstellung 2020) sein. Der eingleisige, 40 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Aichstetten und Hergatz muss für den Zugverkehr mehr als fünf Monate gesperrt bleiben. Die Bahngesellschaften werden die veränderten Fahrzeiten und Ersatzverkehre vorab in den Fahrplanmedien kommunizieren. Bahnreisende können darauf setzen, dass die Anschlüsse in den Umsteigebahnhöfen Memmingen, Kißlegg und Aulendorf erhalten bleiben. Sie sollten aber berücksichtigen, dass

  • zwischen Aichstetten und Memmingen die Züge stündlich in leicht veränderten Fahrzeiten verkehren

  • zwischen Aulendorf und Kißlegg die RAB-Züge stündlich in ihren gewohnten Fahrzeiten unterwegs sein werden.

  • zwischen Aichstetten und Hergatz Bus-Ersatzverkehr stattfinden wird. In beiden Bahnhöfen kann es dabei zu längeren Wartezeiten kommen.

Auf der zweigleisigen Stecke zwischen Hergatz und Lindau laufen Bauarbeiten und Zugverkehr überwiegend parallel. Nur an vier Wochenenden im Mai, Juli,  August und September sowie während der Osterferien muss wegen Weichen- und Brückenarbeiten dieser Abschnitt komplett gesperrt werden. Ausfallende Züge werden durch Busse ersetzt.

Ebenfalls in den Oster- und in den Sommerferien finden auch zwischen Memmingen und Sontheim sowie zwischen Buchloe und Geltendorf Arbeiten an Eisenbahnbrücken und zur Elektrifizierung statt, begleitet von mehrtägigen Streckensperrungen und Schienenersatzverkehr. Im Ostabschnitt der Strecke, zwischen Geltendorf und Buchloe dauern die Elektrifizierung- und Schallschutzarbeiten von März bis teilweise zum Ende der Sommerferien, allerdings ohne große Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs, da der Abschnitt zweigleisig ist.

Im Stadtgebiet Lindau führt DB Netz 2019 umfangreiche Bauarbeiten vor allem während der Sommerferien in Lindau-Reutin mit Schienenersatzverkehr nach Österreich durch. Für einen kurzen Zeitraum von 06.09. bis 08.09. muss wegen Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks der ganze Zugverkehr in Lindau eingestellt werden. Im Zuge des Ausbaus der Südbahn wird im Herbst (16.09. – 21.12.) die Strecke von Friedrichshafen nicht befahrbar sein.

Für die Dauer der Sperren wird von den ÖBB ein Schienenersatzverkehr zwischen Lochau-Hörbranz, bzw. Bregenz und Lindau eingerichtet. Alle weiteren Informationen dazu sind im Online-Fahrplan eingearbeitet.

Die Elektrifizierung der Strecke schafft die Voraussetzungen, um ab Dezember 2020 für das Allgäu ein zeitgemäßes Verkehrsangebot mit kürzeren Reisezeiten realisieren zu können. Die Fahrzeit zwischen den beiden europäischen Metropolen München und Zürich verkürzt sich um fast eine Stunde auf weniger als 3 Stunden 30 Minuten. Die Schweizer Neigetechnikzüge „Astoro“ ermöglichen eine höhere Geschwindigkeit in den Kurven und erreichen künftig auf weiten Abschnitten Tempo 160.

Presseinformation

31.01.2019

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